Müller Weingarten AG / Jahresergebnis
25.04.2007
Veröffentlichung einer Ad-hoc-Meldung nach § 15 WpHG, übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG.
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Ad-hoc-Meldung nach § 15 WpHG
Müller Weingarten mit Bilanzverlust
- Auftragsrückgang im Großanlagengeschäft
- Sanierung des Werkzeugbaus
- Restrukturierung mit MW Transformation
- Veränderungen im Aufsichtsrat
Weingarten, 25. April 2007
Der Müller Weingarten Konzern hat mit heutiger Sitzung des Aufsichtsrats
die Bilanzzahlen des Jahres 2006 beschlossen und veröffentlicht.
In einem extrem schwierigen Markt- und Wettbewerbsumfeld erzielte der
Müller Weingarten Konzern im Kalenderjahr einen Auftragseingang von 291,5
Mio. EUR, was gegenüber dem Wert des Vorjahres (379,0 Mio. EUR) einem Rückgang
von 87,5 Mio. EUR entspricht. Der Auftragseingang lag damit deutlich unter
den Erwartungen und spiegelt die zunehmend herausfordernde Marktsituation
wider. Der Umsatz sank um 66,7 Mio. EUR auf 336,6 Mio. EUR. Die Gesamtleistung
reduzierte sich infolgedessen um 16 Prozent auf 329,7 Mio. EUR gegenüber
393,9 Mio. EUR im Vorjahr. Der Auftragsbestand belief sich zum 31.12.2006 auf
249,2 Mio. EUR (Vorjahr: 295,4 Mio. EUR).
Auf Basis der internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) erreichte
der Müller Weingarten Konzern ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von
-15,4 Mio. EUR. Durch umfangreiche kurzfristige Maßnahmen gelang es dem
Unternehmen im 2. Halbjahr trotz weiterhin widriger Marktbedingungen das
Ergebnis vor Steuern gegenüber dem 1. Halbjahr (-18,9 Mio. EUR) zu
verbessern.
Hauptursachen für das negative Gesamtergebnis sind neben der
unbefriedigenden Preisqualität die fehlenden Aufträge im Bereich der
mechanischen Großanlagen. Dieses Manko beeinträchtigte die Kostenbilanz
nachhaltig; während die übrigen Geschäftsfelder annähernd ihre Planzahlen
erreichen konnten. Weitere Belastungen ergaben sich aus notwendigen
Vorsorgen für Risiken im Auftragsbestand sowie aus den bereits angefallenen
Sanierungsaufwendungen für die Müller Weingarten Werkzeuge GmbH.
Die steuerliche Rechnung des Konzerns einschließlich der Effekte aus
latenten Steuern entlastete das Ergebnis um 1,7 Mio. EUR (Vorjahr -3,8 Mio.
EUR), so dass der Jahresfehlbetrag gegenüber dem Vorjahr (5,3 Mio. EUR) bei
13,8 Mio. EUR lag. Die liquiden Mittel des Konzerns reduzierten sich deutlich
um 23,5 Mio. EUR auf 10,8 Mio. EUR.
Die Eigenkapitalquote im Konzern blieb bei einer Bilanzsumme von 274,6 Mio.
EUR (Vorjahr: 318,6 Mio. EUR) nahezu unverändert bei 26 Prozent. Hingegen
konnten zum Bilanzstichtag die langfristigen Schulden von 88,9 Mio. EUR (GJ
2005) auf 76,5 Mio. EUR reduziert werden. Vorhandene Finanzmittel wurden zur
Stärkung des Geschäfts und zur Verbesserung der internen Strukturen
verwendet. So hat der durch Eigenmittel finanzierte Erwerb von
Pressenzeichnungen, Rechten und Werten der US-amerikanischen
Servicegesellschaft BCN Inc. (Hastings/Michigan), bereits in den ersten
vier Monaten einen erheblichen positiven Beitrag geleistet und die
Planzahlen deutlich übertroffen.
Die Investitionen in den Aufbau des Fertigungsstandorts in Dalian/China
werden ebenso wie andere Maßnahmen erst in 2007 und später nachhaltigen
Einfluss auf die Performance des Unternehmens haben und zu einer
Verbesserung der Ertragslage führen.
Aufgrund der negativen Gesamtsituation haben Vorstand und Aufsichtsrat
beschlossen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, auf In diesem Zusammenhang ist im Rahmen eines
neuen internationalen Fertigungskonzepts eine Reduzierung von 189 eigenen
Mitarbeitern und 40 Leiharbeitern notwendig.
Entsprechende Gespräche wurden mit den Betriebsparteien bereits geführt und
erfolgreich abgeschlossen. Die dafür erforderlichen
Restrukturierungsaufwendungen wurden im HGB-Einzelabschluss der Müller
Weingarten AG zurückgestellt. In der Konzern-Bilanz können die
Restrukturierungsaufwendungen wegen der IFRS-Bilanzrichtlinien erst im
Konzernabschluss 2007 erfasst werden.
Der Vorstand der Müller Weingarten AG geht davon aus, dass sich auf Basis
der MW Transformation die Ertragslage in 2007 deutlich verbessern wird.
Darüber hinaus verdichten sich Indizien, die für eine vorsichtige
Nachfragebelebung in den gesättigten Märkten sprechen. Gezielte
Investitionen in neue Produkte (Servopressen-Technologie, neue
Warmumformverfahren), in den Ausbau der Marktpräsenz in den
Wachstumsmärkten (Dalian) sowie die Gründung neuer Servicegesellschaften in
Tschechien und Italien werden ihren Beitrag zur Verbesserung der Markt- und
Wettbewerbsfähigkeit leisten.
Im Zuge der Übernahme der Aktienmehrheit durch die Schuler AG legten im
Anschluss an die Aufsichtsratssitzung bis auf den
Aufsichtsratsvorsitzenden, Dr. Gerhard Wacker, der dem Gremium auch
zukünftig angehören wird, alle anderen Anteilseignervertreter ihre Mandate
nieder. Über die zukünftige Besetzung des Aufsichtsrats wird zeitnah
entschieden.
Die Müller Weingarten AG vereint als einziger Maschinen- und
Anlagenhersteller weltweit die drei Kernkompetenzen für die Metallumformung
vor allem im Automobilbau unter einem Dach: die Blechumformung, die
Massivumformung sowie die Druckgießtechnik. Mit seinem umfassenden
Portfolio steht das Unternehmen im Zentrum der Produktionstechnik für
Fahrzeugkomponenten in den Bereichen Antrieb, Fahrwerk und Karosserie.
Neben den deutschen Standorten in Weingarten, Esslingen, Erfurt und
Remscheid gehören zum Müller Weingarten-Konzern Tochtergesellschaften in
China, USA, Mexiko, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Spanien und
Tschechien sowie Servicestützpunkte weltweit.
Kontakt:
Detlef Sieverdingbeck
Leiter Zentralbereich Unternehmenskommunikation
Müller Weingarten AG
Schussenstraße 11
88250 Weingarten
Tel: +49 751 401-2183
Fax: +49 751 401-2714
E-Mail: detlef.sieverdingbeck@mwag.de
DGAP 25.04.2007
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Sprache: Deutsch
Emittent: Müller Weingarten AG
Schussenstr. 11
88250 Weingarten Deutschland
Telefon: 0751-401-2900
Fax: 0751-401-2644
E-mail: martina.herder@mwag.de
www: www.mwag.de
ISIN: DE0006579006, DE0006579022
WKN: 657900, 657902
Indizes:
Börsen: Amtlicher Markt in München, Stuttgart
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